Säureproduktion durch Fermentation: Warum Belüftung im Niederdruckbereich entscheidend ist

Posted by Natalie Sener on 22.06.2026 07:27:18
Natalie Sener

Organische Säuren wie Citronensäure, Milchsäure oder Essigsäure sind zentrale Funktionsträger in der Lebensmittelindustrie. Sie regulieren den pH-Wert, stabilisieren Geschmack und Textur und tragen wesentlich zur Haltbarkeit von Produkten bei. Industriell werden diese Säuren heute nahezu ausschließlich fermentativ hergestellt – ein Verfahren, das hohe Anforderungen an Prozessluft, Hygiene und Prozessstabilität stellt.

Gerade in der Säureproduktion wird deutlich, warum die Belüftung im Niederdruckbereich eine Schlüsselrolle spielt. Prozessluft ist hier nicht nur ein technisches Hilfsmedium, sondern faktisch eine Qualitätszutat, deren Druckniveau, Volumenstrom und Reinheit direkten Einfluss auf Ausbeute, Reproduzierbarkeit und Lebensmittelsicherheit haben.

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Säure-Fermentation im Lebensmittelbereich: Ein anspruchsvoller Prozess

Die industrielle Herstellung von Citronensäure erfolgt großtechnisch über aerobe Fermentation, typischerweise mit Aspergillus niger. Charakteristisch für die Säureproduktion sind dabei zwei prozessrelevante Besonderheiten:

  • sehr enge pH-Fenster, insbesondere in der Produktionsphase,
  • hoher und gleichzeitig kontrollierter Sauerstoffbedarf.

Während der pH-Wert bewusst stark abgesenkt wird, um Nebenreaktionen und Fremdkeime zu unterdrücken, darf der Sauerstoffeintrag nicht limitierend werden. Eine instabile Belüftung kann sowohl die Säureausbeute als auch die Reproduzierbarkeit des Prozesses beeinträchtigen.

Warum Sauerstoffversorgung bei der Säureproduktion kritisch ist

Viele organische Säuren werden unter Bedingungen gebildet, bei denen der Sauerstoffeintrag zum limitierenden Faktor werden kann. Literaturquellen zur Citronensäure Fermentation zeigen, dass bereits moderate Veränderungen in der Sauerstoffverfügbarkeit Ausbeute und Produktivität beeinflussen können. 

Die Herausforderung liegt dabei weniger im Bereitstellen von „viel Luft“, sondern im stabilen Sauerstofftransfer:

  • Sauerstoff ist nur begrenzt im Medium löslich.

  • Die Produktionsphase ist häufig durch hohe Biomasse und steigende Viskosität geprägt.

  • Der Volumenstrom muss dem biologischen Bedarf folgen, ohne unnötig hohe Drücke zu erzeugen.

Genau an dieser Stelle entfaltet der Niederdruckbetrieb seine Stärke.

Niederdruck als Schlüssel für stabilen O₂-Eintrag

Niederdruck steht im Kontext der Prozessluft nicht für geringe Leistungsfähigkeit, sondern für eine bedarfsgerechte Auslegung. Ziel ist es, große Luftmengen bei moderatem Druck bereitzustellen, um den Sauerstofftransfer zu unterstützen, ohne Energie zu verschwenden oder den Prozess zu belasten.

Gerade bei Säure-Fermentationen ist der Luftbedarf nicht konstant. Er folgt einem Flow-Demand-Profil, das sich über die Prozessphasen hinweg verändert:

  • geringerer Bedarf zu Beginn,

  • stark steigender Bedarf in der Produktionsphase,

  • Anpassungen während Stabilisierung oder Ernte.

Niederdrucksysteme ermöglichen es, diesen variablen Volumenstrom präzise abzubilden, während das Druckniveau im biologisch und energetisch sinnvollen Bereich verbleibt.

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Prozessluft als Qualitätsfaktor: Hygiene rückt in den Fokus

Im Lebensmittelbereich kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Hygiene. Sobald Prozessluft direkten oder indirekten Produktkontakt hat, wird sie zum Qualitäts- und Sicherheitsfaktor.

Typische Risiken bei der Säure-Fermentation sind:

  • mikrobielle Kontamination durch unzureichend aufbereitete Luft,

  • Druckverluste durch verblockte Filter,

  • schwankender Volumenstrom durch nicht abgestimmte Luftversorgungskonzepte.

Vor allem bei stark sauren pH-Werten sind Prozesse zwar weniger anfällig für viele Keime, dennoch verlangen Lebensmittelstandards eine klar definierte Luftqualität.

Was bedeutet „sterile Druckluft“ konkret?

In hygienisch sensiblen Fermentationsprozessen wird Prozessluft häufig bis zur Sterilluft aufbereitet. Technisch bedeutet das:

  • mehrstufige Luftaufbereitung,

  • Feinfiltration,

  • Einsatz von Sterilfiltern, um Mikroorganismen zuverlässig zurückzuhalten.

Diese Filterlösung ist Standard, wenn Luft als Produkt  oder Prozesskontaktmedium fungiert. Wichtig ist dabei, dass die Auslegung des Luftsystems, inklusive Druckniveau, auf diese zusätzlichen Druckverluste abgestimmt ist. Auch hier bietet der Niederdruckansatz Vorteile, da hohe Volumenströme effizient kompensiert werden können.

Technische Umsetzung: Niederdrucksysteme von Atlas Copco

Atlas Copco bietet für die Säureproduktion im Lebensmittelbereich ein abgestuftes Portfolio an Niederdrucklösungen, das sich an unterschiedliche Prozessanforderungen anpassen lässt:

  • Niederdruckgebläse für sehr hohe Luftvolumen bei niedrigen Druckanforderungen,

  • Niederdruck-Schraubenkompressoren, wenn moderate Drücke und hohe Effizienz gefragt sind,

  • Turbo-Kompressoren für kontinuierliche Fermentationsprozesse mit konstant hohem Luftbedarf.

In Kombination mit ölfreier Technologie, energieeffizienter Drehzahlregelung und abgestimmter Luftaufbereitung lassen sich Volumenstrom, Druckniveau und Hygieneanforderungen ganzheitlich betrachten.

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Fazit

Die fermentative Herstellung organischer Säuren im Lebensmittelbereich stellt hohe Anforderungen an Prozessführung und Luftversorgung. Neben der pH-Kontrolle ist die Sauerstoffversorgung ein zentraler Hebel für stabile Ausbeuten und reproduzierbare Qualität.
Die Belüftung im Niederdruckbereich ermöglicht es, große Luftmengen flexibel, energieeffizient und hygienegerecht bereitzustellen. Sie unterstützt einen stabilen Sauerstoffeintrag auch bei wechselnden Prozessbedingungen und trägt dazu bei, Energieverbrauch und Prozessrisiken zu minimieren.

Gerade in der Säureproduktion ist die Belüftung im Niederdruckbereich kein optionales Effizienzthema, sondern eine zentrale Voraussetzung für stabile Ausbeuten, reproduzierbare Qualität und hygienische Sicherheit. Wer Niederdruck, Volumenstrom und Luftaufbereitung konsequent zusammendenkt, schafft damit die Grundlage für sichere und wirtschaftliche Fermentationsprozesse in der Lebensmittelindustrie.

 

Muss Prozessluft bei der Säure Fermentation steril sein?

Wenn Prozessluft Produkt‑ oder Prozesskontakt hat und hohe Hygieneanforderungen bestehen, wird sie durch geeignete Aufbereitung und Sterilfilter sterilisiert.

Warum ist die Sauerstoffversorgung bei organischen Säuren so wichtig?
Viele industrielle Säure‑Fermentationen sind aerob geführt. Sauerstoff kann dabei zum limitierenden Faktor werden und beeinflusst Ausbeute und Produktivität direkt.  
Warum wird in der Säureproduktion häufig im Niederdruckbereich gearbeitet?
Weil große Luftmengen bei moderatem Druck benötigt werden. Niederdruck erlaubt einen stabilen Sauerstoffeintrag bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz. 
Welche Rolle spielt der Volumenstrom bei der Säure Fermentation?
Der Volumenstrom bestimmt die tatsächliche Sauerstoffmenge im Prozess. Er muss sich an wechselnde Prozessphasen anpassen, ohne unnötige Druckerhöhung. 

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Topics: Niederdruck, Fermentation

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