In pneumatischen Fördersystemen entscheidet nicht nur der Volumenstrom über eine effiziente Materialförderung, auch die Wahl des richtigen Kompressortyps hat einen erheblichen Einfluss auf Energieverbrauch, Betriebskosten und Prozesssicherheit. Besonders im Niederdruckbereich zwischen 0,3 und 4 bar wirken sich schon kleine Unterschiede in Druckverlust, Filterdimensionierung und Luftqualität stark auf die Gesamtkosten aus. Genau hier stellt sich häufig die Frage: Lohnt sich ein ölfreier Kompressor oder reicht ein günstiger öleingespritzter Verdichter?
Unsere Analyse zeigt, dass beide Technologien ihre Berechtigung haben, aber in vielen Niederdruckanwendungen ölfreie Kompressoren langfristig wirtschaftlicher sind.
Öleingespritzte Schraubenkompressoren werden oft gewählt, weil sie in der Anschaffung günstiger sind und bei höheren Drücken etwas effizienter arbeiten. Bei ca. 3,5 bar(g) ist ein öleingespritzter Kompressor sogar 1 % effizienter als ein vergleichbarer Niederdruck-Kompressor – zumindest theoretisch.
Typische Einsatzgründe:
Ölfrei verdichtende Niederdruckkompressoren (z. B. ZE/ZA) werden immer dann eingesetzt, wenn:
Viele pneumatische Förderprozesse benötigen keine hohen Drücke, sondern stabile und große Volumenströme. Genau hier spielt ölfreie Technik ihre Stärken aus.
Dieser Artikel wurde fachlich von Lisa Marie Peller, Marketingmanagerin für Air and Gas Applications, geprüft. Sie ist verantwortlich für die verständliche Darstellung industrieller Luft- und Gasanwendungen, von der technischen Anwendung bis zum konkreten Mehrwert für den Kunden.
Der entscheidende Punkt: Ein öleingespritzter Kompressor benötigt zwingend eine aufwendige Druckluftaufbereitung, um Öl aus der Luft zu entfernen.
Das verursacht:
Wenn dieser Druckverlust eingerechnet wird, kippt der Effizienzvorteil komplett: Bei 3,5 bar(g) ist die ölfreie Technologie plötzlich 6 % effizienter.
Weil sie:
Vergleiche zeigen:
Schon eine Reduzierung des Betriebsdrucks bringt Effizienzgewinne:
Da pneumatische Förderprozesse meist große Luftmengen bewegen, wirkt sich jeder vermiedene Druckverlust überproportional auf die Energiekosten aus.
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Kategorie |
Öleingespritzte Kompressoren |
Ölfrei verdichtende Kompressoren |
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Vorteile |
• geringere Anschaffungskosten |
• keine Ölaufbereitung → keine zusätzlichen Druckverluste |
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Nachteile |
• hoher Filterbedarf → ca. 250 mbar zusätzlicher Druckverlust |
• höhere Investitionskosten |
1. Bei Anwendungen unter 4 bar
Niederdruckförderung erfordert keine hohen Drücke: Hier sind ölfreie Kompressoren energetisch überlegen.
→ Einsparungen: bis zu 27 % durch reinen Druckwechsel (3,5 → 2,0 bar).
2. Wenn Produktreinheit zählt
Ölfreie Technik verhindert Kontaminationen, besonders wichtig bei Lebensmitteln, Chemie, Pharma oder empfindlichen Schüttgütern.
→ Fehlerhafte Chargen = hohe Folgekosten.
3. Bei langen Betriebszeiten
Viele pneumatische Fördersysteme laufen >4.000 h/Jahr.
Jeder mbar unnötiger Druck kostet bares Geld.
Die fehlenden Filterdruckverluste machen ölfrei langfristig günstiger.
In der pneumatischen Förderung entscheidet der richtige Kompressor über Effizienz, Prozesssicherheit und Betriebskosten. Öleingespritzte Kompressoren wirken auf den ersten Blick günstiger, doch insbesondere im Niederdruckbereich zeigt sich: Ölfrei verdichtende Niederdruckkompressoren sparen Energie, Wartungskosten und Prozessrisiken und amortisieren sich in vielen Fällen bereits nach 1 bis 3 Jahren.
Wer pneumatische Fördersysteme wirtschaftlich betreiben möchte, sollte daher nicht nur die Anschaffungskosten vergleichen, sondern den gesamten Systemdruck inklusive Filterverlust berücksichtigen.