Die ISO 8573-1 definiert die Druckluftreinheit anhand von Partikeln, Wasser (Taupunkt) und Öl – als dreiteilige Klassifizierung (z. B. 2.3.1). Klasse 0 setzt strengere Grenzwerte als Klasse 1 und ist für sensible Anwendungen relevant.
Sie definiert Reinheitsklassen für drei Kategorien: Partikel, Wasser (Drucktaupunkt) und Öl. Jede Kategorie wird einer Klasse zugeordnet; die Kombination ergibt die geforderte Luftqualität für einen Prozess.
Machen wir es an anhand des Beispiels 2.3.1 fest. Dies liest man in der Reihenfolge "Partikel–Wasser–Öl":
2 steht für Partikelklasse 2,
3 steht für Wasserkategorie (Taupunkt) Klasse 3,
1 steht für Ölklasse 1.
Je niedriger die jeweilige Zahl, desto reiner die Luft.
Klasse 0 verlangt, dass die zulässigen Restwerte strenger sind als Klasse 1; sie wird individuell spezifiziert und nachgewiesen. Sie ist in sensiblen Branchen (Lebensmittel, Pharma, Elektronik) verbreitet.
Typisch sind Lebensmittel- und Getränkeproduktion, Medizin/Gesundheit, Textil, Automotive, Chemie sowie Anwendungen mit direktem Produktkontakt.
Zu hohe Reinheitsanforderungen erhöhen Energie- und Investitionskosten (mehr Trocknung/Filtration). Passgenaue Klassen verhindern Überaufbereitung und sparen Ressourcen.
Aus Prozess, Umgebung und Risiko entscheidet sich, ob ein moderater Taupunkt (Kältetrockner) genügt oder sehr trockene Luft (Adsorption) nötig ist. Der Taupunkt wird als Wasserklasse in ISO 8573 angegeben.
Grob-/Feinfilter reduzieren Partikel; Koaleszenzfilter/UD+ senken Öl-Aerosole; Aktivkohle adsorbiert Öldämpfe. Die Auswahl richtet sich nach der geforderten ISO-Klasse.
Um ölfreie Druckluft der Klasse 0 bereitzustellen, muss ein ölfreier Kompressor eingesetzt werden.
Messungen zu Partikeln, Drucktaupunkt und Öl (Aerosol/Dampf) am Point‑of‑Use und an der Erzeugung; Ergebnisse werden dokumentiert und klassifiziert.
Partikel: Größen/Anzahl; Wasser: Taupunkt/Feuchte; Öl: Aerosole, Dampf, Flüssiganteile. Die Kombination bestimmt die Gesamtanforderung an die Luftqualität.
ISO‑Klasse exakt am Bedarf ausrichten
Trockner/Filter passend dimensionieren
Druckverluste minimieren
regelmäßige Analysen durchführen, statt pauschal die „höchste Klasse“ zu wählen.
Falsche Reihenfolge/Deutung der Klassen
zu tiefe Taupunkte ohne Nutzen
unpassende Filterkombinationen
fehlende Messung am Verbrauchspunkt
und Nichtbeachtung der Betriebskosten.
Sie möchten die passende ISO‑Klasse festlegen, Taupunkt/Filter richtig wählen oder Ihre Luftqualität auditieren? Unsere Expert:innen unterstützen Sie gern.
Wie lese ich ISO 8573‑Angaben korrekt?
Immer Partikel – Wasser – Öl; z. B. 2.4.1 = Partikel 2, Wasser 4, Öl 1.
Hinweis: Aussagen wie „grundsätzlich“ gelten mit Ausnahmen. Die optimale ISO‑Klasse und Technik hängen von Anwendung, Umgebung, Risiko und Kosten ab. Bitte Bedingungen vor Ort prüfen und Herstellerempfehlungen beachten.