Niedriger Druckluftbedarf: So sparen Sie Energiekosten bei einem rückläufigem Produktionsvolumen

Posted by Daniela Brouwer on 03.06.2020 10:47:00

Wenn Sie die Produktion in Ihrem Betrieb reduzieren müssen, werden Sie es begrüßen, wenigstens Energie beim Druckluftbedarf einzusparen. Laden Sie unser kostenloses Whitepaper herunter und erfahren Sie mehr zu rückläufigen Produktionskosten.

In einem unserer letzten Artikel haben wir Ihnen Tipps gegeben, die man bei einer gesteigerten Produktionsmenge und einem somit erhöhten Druckluftbedarf beachten sollte.

Wenn Sie  z.B. durch die aktuelle Krise allerdings weniger produzieren, verbrauchen Sie auch weniger Druckluft. Da Druckluft einen großen Anteil des Energieaufwandes von Industrieherstellern ausmacht, kann der reduzierte Energieverbrauch zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Diesem Thema wollen wir diesen Artikel widmen.

 
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1. Leerlaufzeiten des Kompressors reduzieren.

Der Luftbedarf in einem industriellen Druckluftsystem schwankt grundsätzlich. Die Energieeffizienz wird erheblich verbessert, indem Leerlaufzeiten reduziert werden.
Kompressorsteuerungen können helfen. Die Steuerung erkennt das Muster der Druckluft-Schwankungen und kann so Leerlaufzeiten reduzieren. Kompressorsteuerungen sind zudem einfach zu bedienen. Wenn Sie mehrere Kompressoren haben, ist es sogar wahrscheinlich, dass die zentrale Steuerung die Bedarfsschwankungen automatisch erkennt und reguliert.

>>Lesen Sie auch folgende Artikel zu Monitoring/Steuerung von Druckluftkompressoren:

Gibt es keine zentrale Kompressorsteuerung, wurde wahrscheinlich eine Kaskadenregelung mittels Druckbändern eingerichtet. Wird der Zieldruck erreicht, stoppen die integrierten Steuerungen die Maschinen. Das ist wichtig, denn sollten Kompressoren leer laufen, z. B. nach Arbeitsschluss, verbrauchen sie immer noch bis zu 25 % der bei Volllast verbrauchten Energie.
Noch mehr Energie wird verschwendet, wenn das System undicht ist. Dann stellen Kompressoren gelegentlich aus Sicherheitsgründen auf Lastbetrieb um.

Kompressoren ausschalten. Wie bereits gesagt: Je kürzer die Produktionszeit, desto größer sind die Einsparungen für Energiekosten. Schalten Sie also die Kompressoren aus, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, anstatt sie leer laufen zu lassen. Wenn die Produktion reduziert weitergeführt wird, ist es eine gute Idee, derzeit ungenutzte Bereiche der Fabrik zu isolieren und die Kompressoren darin auszuschalten.

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2. Luftlecks im Druckluft-Leitungssystem beseitigen.

Bei älteren Kompressoren kann es Lecks geben, die zu Energieverlust führen. Schätzungsweise gehen bis zu 20 % des gesamten Druckluftverbrauchs durch Leckagen verloren – und 80 % aller Lecks machen kein Geräusch, was es schwierig macht, sie aufzuspüren. Wenn Sie noch vor Ort sind und etwas Zeit haben, empfehlen wir, dass Sie das gesamte System nach Lecks absuchen. Der Aufwand lohnt sich.

>> Lesen Sie mehr zu Leckagebeseitugung:

3. Druckband reduzieren.

Für die meisten Kompressoren gilt, dass eine Reduzierung des Drucks um 1 bar zu einer Einsparung des Stromverbrauchs von 7 % führt. Passen Sie die Druckeinstellungen an, bis der niedrigste Druck erreicht wird und das Druckband reduziert werden kann, ohne die Anwendung zu beeinträchtigen. Bei zentralisierten Systemen mit mehreren Kompressoren kann das Druckluftnetzwerk so eingestellt werden, dass es in einem engen Druckband läuft. Es kann also genau an Ihre Anforderungen angepasst werden. Wenn der Bedarf an Druckluft während unterschiedlicher Zeitperioden variiert, können Sie bei zentralisierten Systemen entweder manuell oder automatisch auch zwei verschiedene Druckbänder erstellen. So können Sie die Energiekosten in Zeiten mit niedriger Auslastung drastisch senken.

4. Wärmerückgewinnung bei Kompressoren.

Eine erhebliche Einsparungsmöglichkeit ist die Rückgewinnung der Abwärme von Druckluftkompressoren. Ohne Energierückgewinnung geht diese kostbare Wärme über das Kühlsystem und die Strahlung an die Umwelt verloren. Die Menge an elektrischer Energie, die in Form von Abwärme gewonnen werden kann, hängt von der Größe des Kompressors und den Betriebsstunden ab. Typische Rückgewinnungsraten liegen zwischen 70 und 94 %. Durch die Wärmerückgewinnung kommen Sie mit deutlich weniger Strom aus. Diese Reduzierung führt zu niedrigeren Betriebskosten und CO2-Emissionen. Sie können Abwärme z. B. zum Heizen von Wasser in Sanitäranlagen benutzen oder zum Heizen von Büros, Lagerhallen, Ladedocks oder Eingängen. Die Stromeinsparungen machen sich deutlich bemerkbar.

>> Mehr zu Wärmerückgewinnung mit Kompressoren:

Webinar: Wärmerückgewinnung anmelden

Video: Wärmerückgewinnung an Kompressoren

5. Den richtigen Kompressortyp wählen.

Der Bedarf an Druckluft schwankt bei den meisten Produktionszyklen je nach Prozess. Ist der Kompressor nicht darauf ausgelegt, läuft er suboptimal oder gar leer. Sie können große Energieeinsparungen erzielen, wenn Sie Ihren Kompressor mit fester Drehzahl durch eine Antriebseinheit mit variabler Drehzahlregelung ersetzen. Letztere erzeugt Druckluft je nach Bedarf. Auch der Leerlaufbetrieb wird damit stark reduziert.

>>Mehr zu: Kompressoranlagen auslegen und planen.

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